Nord-West-Tangente

Was ist der Stand der Dinge?

Im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt trifft man immer wieder auf die irrige Meinung, die Nord-West–Tangente sei „vom Tisch“.  Dies ist keineswegs so!!! Das Verfahren ruht lediglich.

Nachwievor gibt es im Gemeinderat eine Mehrheit von CDU, FWV und Teilen der SPD für eine Nordwest-Tangente, und zwar mit einem Tunnel von 557m. Nachdem im Jahre 2002 ein Bürgerentscheid an der zu geringen Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen scheiterte, wurde das Planfeststellungsverfahren für dieses Mammut-Straßenprojekt eingeleitet.

Kostenpunkt der NWT: 28 Mio.  €, wovon die Stadt Kirchheim 13,5 Mio. zu schultern hätte.

Dies ist allerdings nicht der aktuelle Stand, heute muss von deutlich höheren Kosten ausgegangen werden.

Das Regierungspräsidium Stuttgart forderte, um das Planfeststellungsverfahren einleiten zu können, zunächst von der Stadt Kirchheim die Aktualisierung der Verkehrszahlen. Diese neuen Zahlen zeigen, dass das Verkehrsaufkommen bei weitem nicht wie noch vor Jahren prognostiziert ansteigt, stellenweise sogar rückläufig ist.

Zweifelhaft ist, wie es sich mit dem angrenzenden Vogelschutzgebiet in der Halde verhält – hier gibt es neue Richtlinien.

CDU und  FWV machten im GR bereits mehrere Vorstöße, die NWT nochmals umzuplanen (Kostenaufwand mindestens  150 000.-€!), und zwar hin zu einem verkürzten Tunnel von ca. 300m. Dadurch ist dann zwar kein effektiver Lärmschutz im Bereich Doschler mehr gewährleistet, aber dafür wird`s billiger!!  „Nur noch“ 21 Mio. soll die NWT dann damit kosten, wovon auf die Stadt  davon 6,3 Mio. zukämen. CDU und FWV meinten, dass damit die NWT nun endlich  Realität werden könnte.

Ihre Anträge dahingehend  wurden bisher immer nur durch ein Patt im Gemeinderat zurückgewiesen, und zwar durch Grüne, Frauenliste, SPD, CIK, Stadtrat Kahle und OBin Matt-Heidecker. Dies bedeutet, dass eine einzige Stimme die Situation kippen lassen kann.

Also nochmals zusammenfassend: die Planfeststellung für die NWT ruht nur, das Einzige was derzeit durch eine Pattsituation verhindert wird, ist die Umplanung hin zu einem verkürzten Tunnel.

Die Frauenliste sieht die Notwendigkeit für eine NWT nicht!!

Wir wollen die einzigartige Landschaft der Ötlinger Halde erhalten.

  • Wir wollen diese Millionen in unsere Schulen, Kindergärten, städtische Gebäude, ein Hallenbad, Grünflächen usw. investiert sehen.
  • Wir wollen uns nicht für ein fragwürdiges Straßenbauprojekt weiter verschulden.
  • Wer sich den Unterhalt bestehender Straßen schon nicht leisten kann, sollte keine neuen bauen.
  • Wir bezweifeln die  deutlich verkehrsentlastende  Wirkung der NWT.
  • Spätestens  seit  Eröffnung des Nanzcenters, das Verkehr genau über die Straßen „ansaugt“, die von der NWT angeblich entlastet werden sollen, ist dieses Straßenbauprojekt völlig absurd geworden.


Dr. Silvia Oberhauser 22.3.2014