Nahversorgung (Norma)

Seit die Norma-Filiale in der Metzgerstraße zum 1. April geschlossen wurde, fehlt für die BewohnerInnen der östlichen Innenstadt eine preisgünstige Einkaufsmöglichkeit. Am härtesten trifft der Verlust des Discounters Menschen, die kein Auto besitzen, Haushalte mit niedrigen Einkommen, Haushalte mit Kindern und ältere Menschen. Aber für alle Kirchheimerinnen und Kirchheimer sind Lebensmittelläden im Herzen der Stadt oder im Wohngebiet ein Stück Lebensqualität. Zu Fuß Dinge erledigen, den täglichen Bedarf decken und dabei unter die Leute kommen ist das, was das Wohnen in einer Stadt attraktiv macht.

 

Nicht umsonst beschloss der Gemeinderat 2013, dass Kirchheim eine „Stadt der kurzen Wege“ sein bzw. werden soll! Eine belebte Stadt, längere Unabhängigkeit im Alter und die Vermeidung von Verkehr– diese und weitere gute Gründe machen die Nahversorgung zu einem Thema, das für die Zukunft Kirchheims wichtig ist. Wir von der Frauenliste sehen hier Verwaltung und Gemeinderat eindeutig in der Verantwortung.

 

Auch der Deutsche Städtetag bezeichnet es als Herausforderung für Stadtplanung, Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, die Nahversorgung in Stadtzentren und Stadtteilen zu fördern. Er weist darauf hin, dass die Identität der Städte in enger Verbindung mit der „integrierten Lage von Versorgungseinrichtungen für den täglichen Bedarf “ steht und betont deren Bedeutung als „Magnete und als Orte sozialer Begegnung“. Es wird empfohlen, über eine „aktive Standortberatung integrierte Lagen auch für Discounter möglich zu machen“. Außerdem wird auf neue, auch genossenschaftlich betriebene Konzepte wie z.B. Cap-Markt gesetzt.

 

Zurück nach Kirchheim: Bereits 2012 hat die Frauenliste in den Ausschussberatungen zum geplanten Norma-Markt in der Tannenbergstraße , zu bedenken gegeben, dass durch den damit verbundenen Wegfall der Filiale in der Metzgerstraße eine gravierende Lücke entstehen würde. Auf die Gefährdung der verbrauchernahen Versorgung in der Innenstadt hatte übrigens damals auch die Handwerkskammer der Region Stuttgart hin gewiesen.Die Verwaltung konterte mit dem Argument, dass durch den geplanten Discounter die Nahversorgung im Südosten Kirchheims verbessert würde. Das ist zwar richtig, ändert aber nichts an der Tatsache, dass nun ein preiswertes Lebensmittelgeschäft im Zentrum fehlt.

 

Wir halten es für dringend notwendig, dass das Thema Nahversorgung in nächster Zukunft auf die Tagesordnung kommt und dass gemeinsam mit der Verwaltung eine Lösung für die Innenstadt und Perspektiven für die Stadtteile entwickelt werden.

 

 

Eva Frohnmeyer-Carey   Mai 2014