Kirchheim braucht ein Hallenbad!

In Kürze wird unser altes Hallenbad abgerissen werden und attraktiver Wohnbebauung Platz machen – die Ausschreibungen sind bereits erfolgt.

1963 wurde es mit beispielhafter finanzieller Beteiligung der Kirchheimer Bevölkerung erbaut. In die Jahre gekommen verlor es nach und nach an Attraktivität und damit auch an Besucherinnen und Besuchern. Der Sanierungsbedarf wurde immer höher, die Energiekosten nur noch schwer vertretbar. Immer wieder beschäftigte sich der Gemeinderat mit den verschiedenen Sanierungs-und Neubauvarianten, bis hin zu einem sogenannten ÖPP-Modell, bei dem ein privater Investor gebaut und betrieben hätte, und die Stadt das Bad dann ähnlich wie bei einem Leasingmodell zurückgemietet hätte. Auch dieses Modell scheiterte am unüberschaubaren Kostenrisiko für die Stadt Kirchheim.

2011 beschloss der Gemeinderat ohne Gegenstimme das Hallenbad zu schließen.

Die Stadträtinnen der Frauenliste hatten sich bei dieser Abstimmung enthalten, weil sie der Ansicht waren, dass noch nicht alle Möglichkeiten im Hinblick auf das alte Hallenbad ausgeschöpft waren. Im Rückblick gesehen, gab es aber wohl keine andere Möglichkeit. Seither nutzen Kirchheimer Schulen und Vereine gegen eine entsprechende Gebühr das Hallenbad in Dettingen mit. Der öffentliche Badebetrieb in Dettingen ist stark eingeschränkt, was bedeutet, dass Kirchheimer Bürgerinnen und Bürger 8 Monate im Jahr kaum Möglichkeit haben in direkter Umgebung schwimmen zu gehen.

Und das, obwohl die Umfrage zur Sportentwicklungsplanung ganz klar gezeigt hatte, dass für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ein Hallenbad eine sehr hohe Priorität hat.

 

Warum ist nun die Frauenliste der Überzeugung, dass Kirchheim ein Hallenbad braucht?

Weil keine eine andere Sportstätte so sehr von allen Altersgruppen quer durch alle Bevölkerungsschichten genutzt wird, wie ein Hallenbad!

Vom Kleinkind, das mit den Eltern oder Großeltern ins Hallenbad kommt, bis zu Seniorinnen und Senioren, für die Schwimmen bis ins hohe Alter Gesundheitssport Nummer eins ist, profitieren alle von einem Hallenbad. Für Kinder im Kindergarten-und Schulalter kann es lebenswichtig sein, schwimmen zu können, Jugendliche wünschen sich einen attraktiven Treffpunkt, auch wenn das Freibad geschlossen hat, Vereine und Schulen brauchen ganzjährige verlässliche Trainings- und Unterrichtsbedingungen, Familien wollen Freizeit gemeinsam vor Ort verbringen, arbeitende Menschen können nach Feierabend noch etwas für ihre Gesundheit tun, und für unsere älterwerdende Bevölkerung und Menschen mit Bewegungseinschränkungen bietet ein Hallenbad noch lange Bewegungsmöglichkeiten und hilft Mobilität zu erhalten.

Gemeinderat und Stadtverwaltung sind daher auf der Suche nach einer Lösung, wie ein Hallenbadneubau am Standort Freibad im Bereich der Hutteninsel verwirklicht werde könnte.

Inzwischen liegt auch eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für verschiedene Betriebsvarianten eines neuen Hallenbades vor. Natürlich kann ein Hallenbad niemals wirtschaftlich, also ohne städtische Zuschüsse (8 - 10,-- € pro Badegast!) betrieben werden. Dies gilt aber ganz genauso für alle Sporthallen, jedes Sportgelände, das Stadion, die Stadthalle und das Freibad. Auch hier besteht jeweils erheblicher Zuschussbedarf, ohne dass die Notwendigkeit dieser Einrichtungen in Frage gestellt wird.

Für die Frauenliste stellt ein Hallenbad kein Luxusgut dar, und deshalb bekennt sie sich zur Investition für ein neues Hallenbad und zum jährlichen Zuschussbedarf zum Wohle aller, die in Kirchheim leben.

 

Dr. Silvia Oberhauser 23.3.2014